Will Schindling Bundeskanzler werden?

28. Dezember 2017

Was bei ihnen im Ort passiert, liegt den Mädchen und Jungen, die sich im Kinderparlament engagieren, besonders am Herzen. Klar, dass sie Bürgermeister Klaus Schindling deshalb mit Fragen löcherten.

Während in Berlin zähe Verhandlungen über die künftige Bundesregierung laufen, hatten die Grundschüler im Kinderparlament eine ganz eigene Vorstellungen davon, wer künftig als Staatsoberhaupt durchgreifen könnte. Bei der jüngsten Sitzung wollten die Knirpse von Bürgermeister Klaus Schindling (CDU) wissen, ob er gegen Angela Merkel antreten würde. Der Rathauschef wies das schmeichelnde Angebot zurück. Den Job des Bundeskanzlers wolle er gar nicht machen, und außerdem sei er ja in der gleichen Partei wie Frau Merkel. „Das ist sozusagen meine Chefin.“ Auch die Nachfrage, ob er mit Panzerglas geschützt werde, musste der Bürgermeister verneinen.

Neben ihren Fragen hatten die Kinder zahlreiche Anträge mitgebracht. Sie berichteten dem Rathauschef von Müll, den sie unter anderem im Wäldchen gefunden hatten, und baten um Reinigungsmaßnahmen. Schindling erklärte, dass das Team des Bauhofs den Abfall leider nicht immer so schnell einsammeln könne, wie er anfällt. 2018 werde aber ein zusätzlicher Mitarbeiter eingestellt. Die Mitglieder des Kinderparlaments erklärten sich bereit, an einer Müllsammelaktion im März teilzunehmen.

Budget von 900 Euro

Am Herzen lag den Nachwuchspolitikern auch die Installation einer Schaukel am Okrifteler See. 200 Euro sollte das Spielgerät kosten. Der Bürgermeister klärte, die Kinder darüber auf, dass die städtischen Flächen am See zu einem Schutzgebiet gehören. Er werde sich aber erkundigen, ob dort eine Schaukel gebaut werden darf. „Mit den 200 Euro kommen wir aber nicht weit“, erklärte Schindling den Antragstellern. Realistisch seien eher 2000 bis 2500 Euro. Wenn es grünes Licht für die Schaukel gibt, könne die Stadt etwas dazu geben, machte der Rathauschef Mut.

Das Kinderparlament verfügt über ein jährliches Budget von 900 Euro. In diesen Rahmen fiel ein Antrag zur Erneuerung von Schaukeln auf dem Spielplatz in der Taunusstraße. Dort gebe es momentan nur „Babyschaukeln“, monierten die Kinder. Die Stadt könne eine der vorhandenen Schaukeln mit einem anderen Spielplatz tauschen, lautete der kostengünstige Vorschlag der Verwaltung.

Die Schülerinnen Flora und Paula setzten sich für einen Blitzer in der Sindlinger Straße ein. Weitere Kinder forderten Verkehrskontrollen auf dem Hessendamm und in der Buchenstraße. Klaus Schindling erläuterte, dass in Hattersheim nur drei stationäre Blitzer genehmigt seien. Die Stadt habe jedoch ein mobiles Blitzgerät gekauft.

Wie viele Straßen?

Als der Bürgermeister den Preis von 40 000 Euro nannte, ging ein lautes Raunen durch den Raum. Diese Summe war für die Kinder kaum vorstellbar. Schindling versprach, dass künftig verschiedene Straßen kontrolliert werden. Die Neugier der Knirpse befriedigte dies aber noch nicht: Jetzt wollte einer wissen, wie viele Straßen Hattersheim denn eigentlich hat. Da musste ausnahmsweise auch der Bürgermeister passen. So genau könne er das nicht sagen.

 

Artikel vom 12.12.2017 aus dem Höchster Kreisblatt

Text: Sascha Kröner

Bild: Hans Nietner